Zum Inhalt springen

Kanal-TV-Untersuchung

Tiefbau & Kanal

Bei der Kanal-TV-Untersuchung fährt eine Kamera durch Abwasserleitungen und zeichnet ihren Zustand auf. Risse, Wurzeln oder Versätze werden so sichtbar und lassen sich gezielt beheben.

Auch: Kanalinspektion, Kanalbefahrung, TV-Inspektion

Was unter der Erde liegt, bleibt dem Auge verborgen – bis die Kamera hinabfährt. Die Kanal-TV-Untersuchung macht den Zustand von Abwasserleitungen sichtbar, ohne einen Spatenstich. Sie verwandelt Vermutungen in Fakten und schafft die Grundlage für jede sichere Entscheidung über Wartung, Sanierung oder Abnahme.

So funktioniert die Kamerabefahrung

Vor der Untersuchung wird die Leitung mit Hochdruck gereinigt, damit die Kamera freie Sicht hat. Danach fährt ein ferngesteuerter Kamerawagen über einen Schacht in den Kanal ein. Er besitzt einen schwenk- und drehbaren Kopf, starke Beleuchtung und misst die zurückgelegte Strecke. So lässt sich jeder Befund auf den Meter genau verorten.

Für kleine Durchmesser, etwa Grundleitungen in Gebäuden, kommen Schiebekameras an einem flexiblen Kabel zum Einsatz. Spezielle Satellitenkameras fahren aus dem Hauptkanal in seitliche Anschlüsse hinein. Je nach Aufgabe ergänzen Ortungsgeräte die Aufnahmen, um den genauen Verlauf einer Leitung an der Oberfläche zu markieren.

Was die Kamera sichtbar macht

Die Aufnahmen zeigen typische Schäden, die von außen niemand bemerkt:

  • Risse, Brüche und Scherben in der Rohrwand
  • eingewachsene Wurzeln und Ablagerungen
  • versetzte oder undichte Rohrverbindungen
  • schadhafte oder einragende Anschlüsse
  • Verformungen und Korrosion

Jeder Befund wird nach einem einheitlichen Schlüssel erfasst. In Europa ist das die DIN EN 13508-2, die Schadensarten mit festen Codes beschreibt. Diese Einheitlichkeit macht Untersuchungen vergleichbar – über Jahre hinweg und unabhängig davon, wer sie durchgeführt hat.

Vom Befund zur Entscheidung

Das Ergebnis ist mehr als ein Video. Ein Protokoll listet alle Befunde mit Position, Foto und Code, eine Haltungsgrafik zeigt den Leitungsverlauf auf einen Blick. Aus der Bewertung der Schäden ergibt sich, wie dringend gehandelt werden muss.

Genau hier beginnt die Planung einer Kanalsanierung: Welche Haltungen reichen mit einer Reparatur, welche erhalten ein Inliner-Verfahren, welche müssen erneuert werden? Auch nach dem Kanalbau dient die Kamerabefahrung als Nachweis einer fehlerfreien Ausführung. Für Eigentümer und Kommunen bedeutet das: Klarheit statt Ungewissheit und Investitionen, die genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Kanaluntersuchung als Teil des Gesamtkonzepts

Eine Untersuchung entfaltet ihren Wert erst, wenn die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden. bendl betrachtet Kanal-TV-Untersuchungen deshalb nicht isoliert, sondern als ersten Schritt eines durchdachten Konzepts – bei Bestandsgebäuden, beim Kauf einer Immobilie oder bei der Sanierung kommunaler Netze in Günzburg und Umgebung. Wir übersetzen Befunde in klare Empfehlungen und setzen sie auf Wunsch aus einer Hand um. Für Eigentümer, Hausverwaltungen und Kommunen entsteht so ein klares Bild vom Zustand ihrer Leitungen – und die Sicherheit, Budgets gezielt und vorausschauend einzusetzen, statt auf den nächsten Schadensfall zu reagieren.

Wann ist eine Kanal-TV-Untersuchung sinnvoll?

Sinnvoll ist sie bei wiederkehrenden Verstopfungen, Gerüchen oder Feuchtigkeit, vor dem Kauf oder der Sanierung einer Immobilie und nach dem Neubau einer Leitung. Kommunen untersuchen ihre Netze zudem regelmäßig. Ob für private Leitungen eine Prüfpflicht besteht, regeln Landesrecht und örtliche Satzung im Einzelfall.

Wie lange dauert eine Kamerabefahrung?

Eine Untersuchung der Grundleitungen eines Hauses dauert oft nur wenige Stunden. Bei Gewerbeflächen oder kommunalen Netzen hängt der Aufwand von der Länge der Leitungen, der Zahl der Schächte und dem Reinigungsaufwand ab. Die Auswertung und das Protokoll folgen im Anschluss.

Muss für die Kanal-TV-Untersuchung gegraben werden?

Nein, die Kamera fährt über vorhandene Schächte, Revisionsöffnungen oder Reinigungsöffnungen in die Leitung ein. Gegraben wird nur, wenn keine Zugangsstelle vorhanden ist. In diesem Fall lässt sich bei einer späteren Sanierung gleich ein dauerhafter Kontrollschacht einplanen.

Was enthält das Protokoll einer Kanalinspektion?

Das Protokoll enthält alle Befunde mit genauer Position, Schadenscode, Fotos und einer Bewertung. Hinzu kommen Angaben zu Durchmesser, Material und Verlauf der Leitung sowie meist eine Videoaufzeichnung. Damit lassen sich Sanierungsmaßnahmen präzise planen und spätere Untersuchungen vergleichen.